Dienstag, 13. Juli 2010

Offener Brief humanistisch-freigeistiger Verbände der Region an Prof. Bielefeldt





Drei große humanistisch-freigeistige Verbände der Metropolregion Erlangen-Nürnberg-Fürth haben sich in einem offenen Brief an den neuen UN-Sonderberichterstatter für Religionsfreiheit, den Erlanger Professor Heiner Bielefeldt, gewandt und das Menschenrecht auf "Freiheit VON Religion" angemahnt. Hintergrund ist, das der Abfall vom Islam in vielen muslimischen Ländern ein todeswürdiges Verbrechen darstellt. Die Flucht aus der Heimat ist für Ex-Muslime oft die letzte Chance, grausamen Strafen zu entgehen.
Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte schreibt:
"Die Apostasie gilt nach dem islamischen Recht als das schlimmste Verbrechen, welches ein Mensch überhaupt begehen kann, sie ist noch schändlicher als der eigentliche Unglaube und wird deshalb mit dem Tode bestraft."

Die Unterzeichner, die Giordano-Bruno-Stiftung, der Bund für Geistesfreiheit Erlangen und der Humanistische Verband Deutschlands setzen sich in Deutschland für die Anerkennung der Apostasie als Asylgrund ein und hoffen seitens Prof. Bielefeldt auf Unterstützung. Menschen, die wegen ihrer Religion, wegen eines Religionswechsels oder ihrer humanistisch-freigeistigen Weltanschauung in ihren Heimatländern verfolgt werden und dort um Leib, Leben und Freiheit fürchten müssen, sollten in Deutschland Asyl erhalten, so die Forderung der Verbände.

Die von der „Kritischen Islamkonferenz“ initiierte Kampagne „Asyl für Ex-Muslime“ kann derweil einen ersten Erfolg verbuchen: Siamak Zare muss nicht mehr befürchten, in den Iran abgeschoben werden. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hob in seinem Bescheid (AZ:5382655-439) die „Abschiebungsandrohung“ gegen Zare auf und erkannte ihm die „Flüchtlingseigenschaft“ zu.

„Damit ist unseres Wissens das erste Mal anerkannt worden, dass auch religionsfreie Menschen religiös verfolgt werden!“ erklärte der Vorstandssprecher der Giordano Bruno Stiftung, Michael Schmidt-Salomon, der die Kampagne geleitet hatte. „Wir hoffen, dass diese Entscheidung nun in anderen Asylverfahren berücksichtigt wird!“ Quelle:http://hpd.de/node/9344

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Giordano Bruno Stiftung - Regionalgruppe Mittelfranken

Die Giordano Bruno Stiftung sammelt neuste Erkenntnisse der Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften, um ihre Bedeutung für das humanistische Anliegen eines „friedlichen und gleichberechtigten Zusammenlebens der Menschen im Diesseits“ herauszuarbeiten. Ziel der Stiftung ist es, die Grundzüge eines naturalistischen Weltbildes sowie einer säkularen, evolutionär-humanistischen Ethik zu entwickeln und einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Die inhaltlichen Arbeitsfelder der Stiftung sind:
  1. Evolutionärer Humanismus/naturalistisches Weltbild
  2. Religionskritik/Säkularismus
  3. Erkenntnistheorie/Wissenschaftstheorie
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Diese Themenbereiche sind eng miteinander verknüpft. So führen beispielsweise die neusten Erkenntnisse der Neurowissenschaften nicht nur zu einer Stärkung des naturalistischen Weltbildes (Arbeitsfeld 1), sondern liefern auch Argumente für eine interdisziplinäre, d.h. auch naturwissenschaftlich fundierte Religionskritik (Arbeitsfeld 2). Die Forschungsergebnisse der Neurowissenschaften und ihre religionskritischen Implikationen müssen allerdings wissenschaftstheoretisch reflektiert (Arbeitsfeld 3) und mögliche Konsequenzen auf dem Gebiet der praktischen Ethik bedacht werden (Arbeitsfeld 4).

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